IdeaThon Event Visual
Studierende präsentieren digitale Ideen vor internationaler Jury

Ideathon 2021: Innovationswettbewerb als VR-Event

Wie kann Technologie die Zukunft nachhaltiger, effizienter, unterhaltsamer machen? Vier Studierendenteams lieferten im Finale des IdeaThon 2021 am 8. Mai Antworten auf diese Frage – und stellten sie dazu passend im Cyberspace vor.

Eine Bühne mit großer Leinwand, auf der Studierende ihre Zukunftsideen aus Bereichen wie E-Mobilität und Tourismus vorstellten, ein Jurypult mit ExpertInnen aus Forschung und Wirtschaft, Zuschauerränge mit zahlreichen Gästen: Einerseits unterschied das Finale des IdeaThon 2021 kaum etwas von bekannten TV-Formaten, in denen Erfinder*innen und Geschäftsleute versuchen, Investoren für ihre Business-Ideen zu begeistern. Und doch war das von Huawei und DŌNGXii ausgetragene Event etwas Besonderes – denn es fand vollständig in Virtual Reality (VR) statt. Als Location diente die digitale Nachbildung einer realen Aula; statt echter Menschen waren comicartige Avatare zugegen. Der Stimmung tat dieses ungewöhnliche Umfeld keinen Abbruch, im Gegenteil: Es passte perfekt zu den innovativen Vorstellungen – und davon gab es jede Menge.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern neue Wege


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Die Pandemie hat viele Pläne auf den Kopf gestellt. Auch das jährliche DIGITAL-SEEDS-Programm von Huawei, in dessen Rahmen deutsche Studierende Chinas Hightech-Metropolen besuchen, konnte nicht wie gewohnt stattfinden. Das Programm ersatzlos zu streichen, kam jedoch nicht infrage. Stattdessen verlagerten die Organisatoren es kurzerhand in die digitale Realität und riefen den IdeaThon 2021 ins Leben. Wochenlang tauschten sich 100 Studierende virtuell über Herausforderungen in unserer heutigen und der Welt von morgen aus, zum Beispiel zum Thema Nachhaltigkeit. Darauf basierend entwickelten sie vielversprechende Konzepte, wie sich diese Herausforderungen meistern lassen.

Das Finale des „Ideen-Marathons“ fand schließlich am Samstag, 8. Mai, statt. Vier fünfköpfige Teams stellten ab 16 Uhr ihre innovativen Geschäftsideen einer ExpertInnen-Jury vor, bestehend aus Xin Yuan (Stadt Shenzhen), Prof. Kati Lang (Hochschule Düsseldorf), Dr. Michael Lemke (Huawei Technologies Deutschland), Carsten Senz (Huawei Technologies Deutschland)) und Marcel Münch (DŌNGXii). Auch internationale Investoren und zahlreiche ZuschauerInnen nahmen am Event teil. Wer ein VR-Headset hatte, konnte sich direkt in die Szenerie versetzen; alle anderen die Veranstaltung via Livestream im Internet anschauen.

„Charing“: Smartes Teilen von Ladeboxen


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Nach der Begrüßung durch Moderatorin Miriam Theobald (DŌNGXii) betrat das erste Team mit seiner Geschäftsidee „Charing“ die Bühne. Der Name, eine Kombination aus den Begriffen Charging und Sharing, ist dabei Programm. Die Studierenden möchten der Elektromobilität in Deutschland mit einer einfachen Idee einen Schub geben: E-Auto-BesitzerInnen sollen ihre privaten Ladeboxen Interessierten gegen eine Gebühr zur Verfügung stellen können. Über eine App sollen NutzerInnen verfügbare Ladepunkte sehen, die eigene Box ins System eintragen und Kosten sowie Einnahmen in Form der „Charing“-eigenen Währung CharingCoins verwalten. „Wir möchten die Infrastruktur für E-Auto-Ladepunkte revolutionieren“, sagte Teammitglied Tobias Henle selbstbewusst. Bei der Jury kam diese Vision mit ihrem aktuellen Bezug hervorragend an: „Grandiose Idee“, sagte Prof. Lang. „Ich stand selbst oft vor genau dem Problem, das ihr lösen wollt, als ich ein E-Auto hatte.“

„Original Origin“: Transparente Lieferketten schaffen


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Der Pitch der zweiten Gruppe knüpfte direkt ans Thema Nachhaltigkeit an: Mit „Original Origin“ möchten die Studierenden Lieferketten nachvollziebar machen. Konsumenten sollen jederzeit sehen können, wie nachhaltig und fair Produkte sind. Für optimale Transparenz soll dabei die Blockchain-Technologie sorgen: Alle Informationen, die Hersteller, Lieferanten und andere Unternehmen entlang der Lieferkette in das System eintragen, sind nachverfolgbar und für jeden einsehbar. Nachdem das Hauptaugenmerk von „Original Origin“ zunächst auf Lebensmitteln liegt, plant das Team, in Zukunft auch Produkte aus anderen Bereichen in der Plattform aufzuführen. Die Jury war sofort überzeugt von dem Konzept. „Mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Transparenz ist die Idee hochaktuell und trifft genau auf den Punkt“, sagte Michael Lemke.

„zàiōuzhōu“: Europäische Erlebnisse in Fernost


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Mit einem Gedankenexperiment ging es weiter: Noch bevor das dritte Team ins virtuelle Scheinwerferlicht trat, forderte es die Gäste auf, die Augen zu schließen und sich an vergangene Ausflüge sowie Urlaube zu erinnern – an den Duft neuer Speisen, den Anblick beeindruckender Sehenswürdigkeiten, das Entdecken fremder Kulturen. Nach diesem fantasievollen Einstieg war Team „zàiōuzhōu“ die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Die Idee: Experience-Center in China einzurichten, in denen Menschen eine simulierte Erlebnisreise nach Europa unternehmen können. Die Räume sollen alle Sinne ansprechen: Im Paris-Raum soll beispielsweise der Duft frisch gebackener Croissants in der Luft liegen, die die Gäste direkt probieren können, und Bauwerke wie der Eiffelturm sollen virtuell zu bestaunen sein. Wie die anderen Jurymitglieder war Marcel Münch besonders von der Einleitung begeistert: „Der Opener war wirklich genial! So habt ihr direkt die perfekte Stimmung für eure Idee erzeugt.“

„Trafficiency“: Gamification im ÖPNV


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Zum Schluss wurde es mit Team „Trafficiency“ noch einmal technologisch: Die Studierenden stellten eine App vor, die dabei helfen soll, öffentliche Verkehrsmittel besser zu nutzen. Dazu sammelt sie anonymisierte Bewegungsprofile von Reisenden und stellt sie Verkehrsunternehmen zur Verfügung. Diese können damit ihr Angebot optimieren und beispielsweise zu Stoßzeiten mehr Fahrzeuge einsetzen. Die User sammeln hingegen durch die Nutzung sowie durch in die App integrierte Spiele Bonuspunkte, die sie etwa in Form von Coupons einlösen können. Gamification lautet das Konzept. Nicht nur das riesige Smartphone, das über der Bühne schwebte, passte optimal zum Pitch. Das Team überzeugte vor allem mit seiner lebendigen Präsentation im Dialogstil, die auch Carsten Senz in seinem Fazit würdigte: „Euer Vortrag war super aufgebaut und ihr habt euch klasse aufeinander abgestimmt!“

Die Entscheidung


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Nachdem die Jury sich zur Beratung zurückgezogen hatte, stand um 20 Uhr abends die Preisverleihung an. Miriam Theobald hob eingangs noch einmal die Leistung aller Teams hervor: „Toll, wie ihr die Möglichkeiten des VR-Space genutzt habt!“ Senz schloss sich an: „Es war absolut fantastisch, was ihr abgeliefert habt – großes Kino!“ Doch am Ende konnte es nur einen Sieger geben: und der hieß Team „Charing“. Senz: „Die Entscheidung fiel uns wirklich schwer. Letztlich hat uns vor allem die Aktualität der Geschäftsidee überzeugt, ihre gute Umsetzbarkeit, die hohe Skalierbarkeit und nicht zuletzt die umfassende Recherche des Teams.“ So konnte sich jedes Teammitglied über ein MateBook X Pro freuen. Und wie es sich für eine richtige Siegerehrung gehört, begleitete virtuelles Feuerwerk die Bekanntgabe, während das Publikum auf den Rängen zahllose Emojis in Form von klatschenden Händen und Herzchen in den Raum schickte.

Gefeiert haben anschließend alle Mitwirkenden gemeinsam – natürlich ebenfalls in Virtual Reality: Auf einem Dancefloor tanzten die Avatare zu einem Live-DJ-Set, während sich andere um ein virtuelles Lagerfeuer versammelten und das gelungene Event noch einmal Revue passieren ließen. Das Gesamturteil zum IdeaThon 2021 fiel dann auch einstimmig aus: eine außergewöhnliche Erfahrung, die viel mehr als nur ein digitaler Ersatz war.

Elektromobilität in Deutschland: Ein Markt mit Zukunft

Mit ihrer Geschäftsidee traf Team „Charing“ genau den Zeitgeist. Denn E-Autos sind nicht nur wichtig, um künftige Klimaziele zu erreichen. Der Markt wächst zudem weltweit stark – auch in Deutschland:

  • Laut Kraftfahrtbundesamt nahm die Zahl der E-Autos in Deutschland von 2020 bis 2021 um mehr als 126 Prozent auf fast 309.000 zu.

  • Laut einer Studie von Deloitte sollen 2032 die Hälfte aller zugelassenen Fahrzeuge hierzulande elektrisch sein.

  • Bis 2030 soll es laut BMWi rund eine Million öffentliche Ladestationen geben.

  • Aktuell liegt die Zahl laut Chargemap bei 22.865 Ladestationen.

Diese Zahlen machen deutlich: Um dem steigenden Bedarf nach Ladepunkten entgegenzukommen und auch den Komfort für E-Auto-Besitzer*innen zu erhöhen – aktuell sind die Anfahrwege zu Ladepunkten oft noch lang –, ist der Ausbau der öffentlichen wie privaten Ladeinfrastruktur von zentraler Bedeutung, wie unter anderem der Verband der Automobilindustrie betont. Doch nicht jede Privatperson kann oder möchte eine eigene Wallbox installieren. Die Haushalte, die einen privaten Ladepunkt besitzen, nutzen ihn derweil selten ununterbrochen. Stellen sie ihre Boxen in Leerlaufzeiten anderen Verbraucher*innen zur Verfügung, verbessern sie nicht nur die Attraktivität von E-Autos im Allgemeinen, sondern können zugleich finanziell profitieren. Die Idee von Team „Charing“ ist damit eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.



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