Ein bisschen besser reicht nicht

Digitale Lösungen müssen stärker auf die umfassende ökologische Neuorientierung von Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet werden
2021.09.08

[Berlin, 8. September 2021] – Deutschland steht gemeinsam mit dem Rest der Welt vor einer Reihe besonderer ökologischer Herausforderungen. Um die Zielmarke „Klimaneutralität bis 2045“ zu erreichen, braucht es einen tiefgreifenden ökologischen Systemwandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Gemeinsam mit dem Wuppertal Institut arbeitet Huawei an konkreten Konzepten zum Einsatz von Digitalisierung für diesen ökologischen Wandel. Hierzu wurde das gemeinsame Projekt „Shaping the Digital Transformation – Digital solution systems for the sustainability transition“ ins Leben gerufen, dessen erste Ergebnisse jetzt vorliegen.

Die Autor:innen der Studie stellen in der Studie ein eingängiges Konzept zur Bewertung der Veränderungskraft von Digitalisierung vor. Sie definieren drei Wirkungsebenen „Improve, Convert und Transform (kurz ICT)“. Diese reichen von Verbesserungen bestehender Prozesse, die durch Digitalisierung erreicht werden, bis zur Schlüsselrolle, die Digitalisierung für einen grundlegende Systemwandel spielt. Gerade diese letzte Wirkungsebene wird entscheidend für den Erfolg des ökologischen Wandels sein und muss stärker in den Fokus der Debatte rücken.

„Digitalisierung macht heutige Antriebe effizienter oder ermöglicht das Sharing von Fahrzeugen mit und ohne Motor. Das ist die erste, einfache Wirkungsebene.“, erläutert Dr. René Arnold, Vice President Public Affairs Strategy, Huawei Technologies. „Auch wenn Videokonferenzen während der Pandemie die Perspektive vieler Menschen verändert haben, ist es immer noch schwierig, sich eine Welt ohne die Notwendigkeit des Individualverkehrs vorzustellen.“ In der zweiten Hälfte des Jahres werden Huawei und die Forschenden des Wuppertal Instituts unter anderem die Potenziale der Digitalisierung ausleuchten, Verkehr und Städte neu zu denken.

Natürlich muss auch die digitale Transformation selbst ökologisch verträglich gestaltet werden. Das betrifft sowohl die Technologien und Infrastrukturen als auch neue, digitale Geschäftsmodelle. Die Minimierung der Umweltbelastungen durch Digitalisierung ist deshalb ein zentraler Bestandteil des Projekts.

„Wir müssen die direkten Umweltauswirkungen der Digitalisierung minimieren“, kommentiert Dr.-Ing. Stephan Ramesohl, führender Autor der Studie und Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation am Wuppertal Institut. „Während mit der Produktion, Nutzung und Entsorgung digitaler Geräte verbundene Auswirkungen weithin anerkannt sind, werden Daten gemeinhin immer noch als Ressourcen angesehen, die keine Umweltprobleme verursachen.“ Tatsächlich haben die rasanten technologischen Innovationen in Rechenzentren und Netzwerken den Energieverbrauch zwar weitgehend von der Zunahme der Rechenleistung und des Datenverkehrs entkoppelt. Damit dies so bleibe, seien allerdings weitere Anstrengungen erforderlich. „Ergänzend dazu sollten Datenstrategien und Geschäftsmodelle auf einen intelligenten, kooperativen und gemeinschaftlichen Umgang mit Daten ausgerichtet werden. Darüber hinaus bietet die Softwareentwicklung ein erhebliches weiteres Verbesserungspotenzial, das noch nicht ausgeschöpft ist“, so Ramesohl abschließend.

In der folgenden zweiten Projektphase werden die Forschenden des Wuppertal Instituts zusammen mit Stakeholdern und Expertinnen und Experten aus verschiedenen Handlungsfeldern die Transformationspotenziale der Digitalisierung vertiefend diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei bislang unberücksichtigte Ansatzpunkte für eine ökologisch sinnvolle Vernetzung und Nutzung von Daten. Das Projekt richtet den Blick auf drei zentrale Handlungsfelder:

  • Digitale Circular Economy - mit Daten zur Ressourceneffizienz: Digitalisierung und vor allem Daten sind Grundvoraussetzungen für die Circular Economy. Der digitale Produktpass und Analysewerkzeuge der Künstlichen Intelligenz (KI) zur Identifikation von Materialien im Recyclingkreislauf sind nur zwei Beispiele. Das Ziel sollte sein, die entstehenden Daten in einem noch zu schaffenden Circular Economy Data Space gemeinsam zu nutzen.
  • Intelligente Mobilität im Umweltverbund - vernetzt, attraktiv und klimaschonend: Digitalisierung ist der Schlüssel, um die zahlreichen Beispiele, engagierte Initiativen, innovative Prototypen und auch marktfähige Lösungen für umweltfreundliche Mobilität zu verknüpfen und zu skalieren. So werden vernetzte Informationssysteme zur ganzheitlichen Verkehrssteuerung, Kundeninformation und Abstimmung der unterschiedlichen Angebote künftig einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Mobilitätswende zu meistern.
  • Transparenz für eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswende: Digitale Tools und Assistenzsysteme helfen beim Wandel von Ernährungsgewohnheiten und Lebensstilen durch bessere Verbraucherinformation als Entscheidungshilfe beim Einkauf und zur Unterstützung bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen entlang der gesamten Produktionskette. Die Nutzung gemeinsamer Plattformen und Datenräume bietet neue Potenziale zur Senkung der regionalen ökologischen Belastungen durch die Vernetzung von mehreren landwirtschaftlichen Betrieben. Dazu ergeben sich neue Optionen für das Monitoring und den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen, die als Treiber für eine ökologische Weiterentwicklung der agrarpolitischen Anreizsysteme wirken.

 

Die Studie steht Ihnen hier zum Download bereit:

 

https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/7449

https://wupperinst.org/en/a/wi/a/s/ad/7449

 

https://www.huawei.com/de/deu/huawei-deutschland#Studie