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Auf einen Kaffee mit Ren Zhengfei

Am 6. November fand in der Huawei-Zentrale in Shenzhen die dritte Ausgabe von „A Coffee With Ren“ statt. Das Thema des Gesprächs war „Digital Sovereignty – From Words to Action“.

Der CEO und Gründer von Huawei Ren Zhengfei sprach mit Detlef Zühlke, geistiger Vater der Smart Factory und Professor für Produktionsautomatisierung, und Kishore Mahbubani, dem ehemaligen Präsidenten des UN-Sicherheitsrats und Gründungsdekan der LKY School der National University of Singapore (NUS). Als Moderator fungierte Stephen Engle von Bloomberg Television.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand in erste Linie die digitale Souveränität im Zuge der fortschreitenden Globalisierung – sowie die Frage nach Sicherheit in einer zunehmend digitalen und vernetzen Welt. „Huawei ist ein Gerätehersteller, und es liegt in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das, was wir produzieren und verkaufen, sicher ist“, sagte Ren Zhengfei. „Wir können diese Verpflichtung gegenüber Regierungen auf der ganzen Welt eingehen.“

Gleichzeitig nahm er aber auch die Netzbetreiber in die Pflicht. „Es sind letztlich die Netzbetreiber, die die Daten auf ihren Geräten verwalten; und die Daten müssen in strikter Übereinstimmung mit den Gesetzen der jeweiligen souveränen Staaten verwaltet werden.“

Als Reaktion auf die anhaltende Debatte bezüglich der Einbindung von Huawei im 5G-Ausbau – auch in Deutschland – sagte der Huawei CEO: „Wir halten uns an alle Gesetze der Länder, in denen wir tätig sind. So stellen wir sicher, dass Informationen sicher sind.“ Zudem bot er Deutschland explizit an, ein No-Backdoor-Agreement zu unterzeichnen.

In Anbetracht der Tatsache, dass man mit der Anwendung neuer Technologien stets Neuland betritt, sagte Detlef Zühlke: „Wir müssen akzeptieren, dass wir nie eine hundertprozentige Sicherheit haben werden, und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir auch in Zukunft keine hundertprozentige Sicherheit haben werden. Aber wir müssen Erfahrungen mit diesen neuen Technologien sammeln.“

Das Thema Zusammenarbeit – vor allem mit US-amerikanischen und europäischen Unternehmen – spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. „Es ist eigentlich im Interesse der USA, eine anhaltende chinesische Abhängigkeit von amerikanischer Technologie und amerikanischen Unternehmen zu sehen, denn am Ende gibt ihnen das einen gewissen Grad an Einfluss“, analysierte Kishore Mahbubani die aktuelle Lage.

Auch Detlef Zühlke sprach sich für einen objektiven Umgang mit chinesischen Unternehmen aus: „Man darf nicht nur die eine Firma verbieten und sagen, dass diese eine schlecht und die andere gut ist. Stattdessen sollte man versuchen, Vertrauen in ein partnerschaftliches Netzwerk zu entwickeln.“

Hier finden Sie das ganze Interview zum Nachlesen – und hier das Video (beides auf Englisch).